Tierzuchtexkursion der 3B Klasse in den Pinzgau am 4. Februar
Das gelernte in der Praxis zu sehen, war der Inhalt der Fahrt in den Pinzgau. Auf dem Programm standen der Besuch der Zuchtviehversteigerung in Maishofen, die Landwirtschaftsschule Bruck an der Glocknerstrasse sowie das zugehörige Piffgut sowie der Gutsbetrieb Schüttgut der Familie Porsche in Zell am See.
Bereits vor der Exkursion wurden die Kataloge der 827. Zuchtviehversteigerung in Maishofen gesichtet. Es galt ja eine Kuh für unser Landesgut auszusuchen und zu ersteigern. Unsere Kuh musste viele Anforderungen erfüllen: Bio, enthornt, rassetypisch und mit einer guten Milchmenge ausgestattet. So blieben im Katalog 10 Kühe übrig. In Maishofen wurden dann die einzelnen Kühe begutachtet und letztendlich drei Kühe für gut befunden. Nun galt es eine dieser drei Kühe zu ersteigern. Die Spannung in der Halle war groß, als es ans steigern ging. Bei der Kuh RAIM hatten wir letztendlich den längsten Atem, die milchbetonte Marder-Töchter mit 30 kg Milch ging in den Besitz des Landesgut Kleßheim über.
Die Landwirtschaftsschule Bruck war unsere zweite Station. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen im neuen, hellen und sehr freundlichen Speisesaal führte uns Direktor Christian Dullnigg durch die Schule, die Werkstätten und das Piffgut. Es werden rund 70 Stück Pinzgauer Rinder, davon 30 Milchkühe im doch beengten Anbindestall gehalten, weiters noch zwei Norikerpferde und eine kleine Schafherde. Den Sommer verbringen die ganzen Tiere auf der Piffalm bei der 3er-Kehre der Großglocknerstrasse. Die Alm hat eine Gesamtfläche von 600 ha, davon sind jedoch 400 ha als Sonderschutzgebiet des Nationalparks Hofe Tauern ausgewiesen.
Nur wenige Kilometer weiter liegt der Gutsbetrieb Schüttgut der Familie Porsche. Dort werden im neu erweiterten Laufstall 175 Pinzgauer Rinder gehalten. Die 71 Milchkühe werden seit August von einem Lely-Melkroboter gemolken. Die Pinzgauer Kühe, die im Schnitt einen RF-Anteil von 50 % aufweisen, gehen 2,7-mal am Tag zum Melken und erbringen eine durchschnittliche Tagesleitung von 28 kg Milch. Gefüttert wird eine Mischration aus 1/3 Heu und 2/3 Grassilage (verschiedene Schnitte) und ein kleiner Teil Maissilage. Kraftfutter wird an einer Station, im Melkroboter und durch einen Butler am Futtertisch verabreicht.
Die Kühe sowie das gesamte Jungvieh gehen im Sommer auf die eigene Alm, die eine Fläche von 400 ha aufweist. Am Heimbetrieb werden 67 ha viermal gemäht. 2.700 ha sind als Jagd zugepachtet, im Winter werden dort auf drei Fütterungen 300 Stück Rotwild gefüttert.
Der Betrieb wird seit 2000 als Biobetrieb geführt. Die Milchquote beträgt aktuell 390.000 kg A-Quote, 10.000 kg D-Quote und 50.000 kg Alm-Quote. Der aktuelle Milchpreis Jänner 2010 betrug 0,36 €. Auf dem Betrieb sind 1 Verwalter, 1 Melker und 2 Arbeitskräfte in der Außenwirtschaft angestellt. Wir danken dem Verwalter Christoph Schernthaner und Melker Hermann Egger für die sehr interessante Betriebsvorstellung.
Nach diesem Tag fuhren wir wieder mit vielen neuen Eindrücken aus dem Innergebirg zurück nach Kleßheim und wissen jetzt dass es in den Bergen viele interessante Dinge gibt.
Tierhaltungslehrer DI Mathias Kinberger
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